Normen für Übertragungskanäle und Komponenten

4. November 2020 / Allgemein

Bei Verkabelungen ist häufig die Rede von Normen für den Übertragungskanal und Normen für die Komponenten. Da beides nicht ein und dasselbe ist, wird im Folgenden der Unterschied erklärt, warum diese Unterscheidung wichtig ist und welche Testmethoden für die Normen angewandt werden.

Normen für Übertragungskanäle

In einem Netzwerk ist der Kanal die Verbindung von einem aktiven Gerät zu einem anderen, einschließlich aller Patchkabel und Gerätekabel. Im Rechenzentrum könnte dies von einem Zugriffs-Switch zu einem Server sein und würde alle für Kabelverzweiger verwendeten Patchkabel oder Verbindungen zwischen den beiden beinhalten. Im LAN könnte der Kanal die Verbindung von einem Verteiler-Switch in einem Telekom-Raum bis hin zu der Netzwerkkarte in einem Laptop sein.

Auf der Grundlage von Worst-Case-Szenarien spezifizieren Industrienormen die Leistung eines Übertragungskanals für eine bestimmte Anwendung. Für Glasfaser ist das primär die Einfügungsdämpfung. Für Kupfer ist es etwas komplexer, denn zur Einfügungsdämpfung kommen unter anderem die Rückflussdämpfung, das Nebensprechen (NEXT, FEXT, ELFEXT, ANEXT usw.), die Verteilungsverzögerung und der Durchgangswiderstand bei Gleichstrom hinzu.

In den Normen für Übertragungskanäle ist die Gesamtlänge eines Kabels für eine bestimmte Anwendung und ein bestimmtes Verkabelungsmedium definiert. So ist beispielsweise festgelegt, dass ein 10GBASE-T Kabel der Kategorie 6A nicht länger als 100 Meter und ein 10BASE-SR4 Multimodefaserkabel nicht länger als 400 Meter sein darf.

Normen für Komponenten

Komponentennormen beziehen sich auf die eigenständigen Komponenten eines Übertragungskanals, Kabel, Stecker, Buchsen und Patchkabel. Für die Einzelkomponenten definieren diese Normen die Interoperabilität/Steckkompatibilität, mechanische Anforderungen, physikalische Eigenschaften sowie Leistungsparameter wie Bandbreite, Frequenz, Einfügungsdämpfung, Rückflussdämpfung oder Nebensprechen.

Wenn es um die Leistung geht, gelten Komponentennormen in der Regel als strenger als Kanalnormen. Wenn alle Komponenten eines Übertragungskanals konform sind, sollte der Kanal auch konform sein, es sei denn, die Installation wurde schlecht durchgeführt. Obwohl dies nicht unbedingt bedeutet, dass nicht konforme Komponenten weniger Leistung erbringen, kann ihre Leistung nicht garantiert werden. Da es aber möglich ist, dass ein Kanal die Norm selbst mit nicht konformen Komponenten erfüllt, können diese Komponenten unbemerkt bleiben.

Beispielsweise ergeben die Komponentennormen für die Kategorie 6 in einer 1000BASE-T-Anwendung bei 100 MHz eine Einfügungsdämpfung von 0,2 dB für die Steckverbinder und 19,8 dB für das Kabel, aber der Übertragungskanal ergibt eine gesamte Einfügungsdämpfung von 21,3 dB. Technisch gesehen ist es also ein Übertragungskanal mit einem Steckverbinder der Kategorie 6 mit 0,6 dB, der die Norm nicht erfüllt. Dennoch ist der Kanal konform und unterstützt die Anwendung. Probleme entstehen jedoch, wenn zu viele nicht konforme Komponenten in einem Übertragungskanal verwendet werden. Bereits vier Steckverbinder der Kategorie 6 mit 0,6 dB können die Einfügungsdämpfung über dem Grenzwert drücken.

Testmethoden

Hersteller haben ihre Komponenten getestet und mit den Industrienormen verglichen. Dies geschieht in der Regel durch Tests und Verifizierung durch Dritte, wie die ETL-Zertifizierung von Intertek, die sicherstellt, dass die Komponenten den entsprechenden ANSI/TIA-, ISO/IEC-, EN- oder IEEE-Leistungsnormen entsprechen. Auf den Komponenten befinden sich häufig Kennzeichnungen, die auf eine Zertifizierung hinweisen. Hersteller, die mit Normenkonformität werben, sollten über die entsprechende Dokumentation verfügen, die diesen Status nachweist.

Für die Verifizierung der Konformität von Übertragungskanälen, empfiehlt es sich, den Permanent Link anstelle des Kanals zu testen. Der Permanent Link ist der feste Teil des Kanals, der keine Patchkabel oder Gerätekabel umfasst. Geprüft wird normalerweise im Rechenzentrum von einem Patchpanel zu einem anderen oder im Fernmelderaum von einem Patchpanel zu einer Steckdose im Arbeitsbereich oder zu einem Konsolidierungspunkt im LAN. Warum wird nur der Permanent Link innerhalb eines Übertragungskanals getestet, um eine Anwendung zu unterstützen?

Der Permanent Link gilt als Grundlage des Übertragungskanals und die Patchkabel, die normalerweise die schwächste Verbindung liefern, werden mehr als jede andere Komponente verwendet und ersetzt. Häufig werden sie nur als Ware betrachtet, sodass Qualität (und Konformität) übersehen werden. Wenn Sie einen Kanal testen, können Patchkabel-Probleme unentdeckt bleiben, da er einen größeren Toleranzbereich hat als der Permanent Link. Sollten Sie einen Kanaltest durchführen und anschließend die Patchkabel austauschen, sind die Testergebnisse ungültig.

Die beste Leistung und den besten Toleranzbereich Ihrer Anlagen erzielen Sie, indem Sie den Permanent Link testen und Komponenten auswählen, welche die Normen erfüllen, einschließlich der Patchkabel. Die Permanent Link Adapter und Referenzkabel, die mit den Kupfer- und Glasfaser-Zertifizierungstestern der Versiv™ Produktfamilie von Fluke Networks geliefert werden, sind von höchster Qualität, um die Interoperabilität und Leistung des Kanals zu gewährleisten, sobald die konformen Patchkabel hinzugefügt werden.

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