Sorgen Sie dafür, dass ihre Verkabelungsanlage für Wi-Fi 6 gerüstet ist

5. März 2020 / Allgemein

In unserem letzten Beitrag ging es um die Technologien für Wi-Fi 6 und 6E.  Wenn Sie sich entschieden haben, den neuen Standard in Ihrem Netzwerk einzuführen, müssen Sie dafür sorgen, dass ihre Verkabelungsanlage dafür gerüstet ist.

Die erste Welle von Produkten mit Wi-Fi 6 wird möglicherweise durch 2.5GBASE-T oder 5GBASE-T unterstützt, sodass die installierten Standards „Kategorie 5e“ und „Kategorie 6“ theoretisch Unterstützung bieten. Trotzdem ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese Kabeltypen letztendlich einen maximalen Durchsatz ermöglichen.

Mit der Markteinführung der zweiten und dritten Produktwelle erhöhen sich die Geschwindigkeiten dann aber auf über 5 Gb/s, sodass mindestens zwei 5GBASE-T-Verbindungen zu jedem Wireless Access Point erforderlich sind, um die Link-Aggregation zu unterstützen. Mit zunehmender Weiterentwicklung der Technologie in Richtung des maximalen theoretischen Durchsatzes von 10 Gb/s sind für jeden Wi-Fi Access Point voraussichtlich mindestens zwei Verbindungen mit Kat. 6A notwendig.

Aber es geht nicht nur um die Geschwindigkeit. Die meisten Access Points laufen heute über PoE, und für die komplexere Verarbeitung innerhalb eines Wi-Fi 6 Access Point ist eine höhere PoE-Ebene als für die früheren Generationen erforderlich, die hauptsächlich innerhalb der 30 Watt von PoE Type 2 betrieben wurden. Higher-End Access Points, die Wi-Fi 6 und Wi-Fi 6E unterstützen, benötigen möglicherweise letztendlich die 60 Watt von PoE Type 3.

Im Hinblick auf einen maximalen Durchsatz und eine höhere PoE-Ebene implementieren die meisten Unternehmen zur Vorbereitung auf Wi-Fi 6/6E zwei Steckverbinder des Typs Kat.6A, selbst wenn im Rest der Verkabelungsanlage weiterhin Kat. 5e oder 6 eingesetzt wird. In den Industriestandards werden sogar speziell zwei Kat. 6/Class EA-Verbindungen für Wireless Access Points empfohlen. Wenn Sie keine Aufrüstung planen und hoffen, die erste Welle von Wi-Fi-6-Geräten mit den vorhandenen Kabeln der Kategorien Kat. 5e oder Kat. 6 zu bewältigen, sollten Sie beachten, dass nicht alle Kat. 5e und Kat. 6 Verkabelungsanlagen 2.5/5GBASE-T bis 100 Meter unterstützen. Die Kabel müssen daher auf Konformität getestet werden.

Alles Wissenswerte zu Tests

Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihre Verkabelungsanlage zur Unterstützung von Wi-Fi 6 auf Kat. 6A aufzurüsten, gelten die gleichen Überlegungen in puncto Tests, wie für 10GBASE-T und erweiterte PoE-Applikationen. Das bedeutet also, dass Alien Crosstalk-Tests empfohlen werden. Die gute Nachricht ist, dass Sie probehalber Alien Crosstalk-Tests für den schlimmsten Fall an kurzen, mittellangen und langen gestörten Verkabelungsstrecken innerhalb desselben Bündels durchführen können, um Zeit zu sparen. Und wenn Sie keine Alien Crosstalk-Tests vornehmen wollen, können Sie trotzdem die TCL- und ELTCTL-Testergebnisse überprüfen, indem Sie auf dem Testgerät DSX CableAnalyzer (+ALL) Grenzwerte auswählen.  Diese Parameter verlängern die Testzeit um nur ca. 6 Sekunden und sind ausgezeichnete Indikatoren dafür, ob eine Verkabelungsstrecke eine ausreichende Alien Crosstalk-Leistung erbringt.

Die Auswahl von (+ALL) Grenzwerten wird auch aufgrund der höheren PoE-Ebenen empfohlen, da Messungen für die Gleichstrom-Widerstandsabweichung innerhalb eines Paares und zwischen Paaren sowie ein Grenzwert für den Gleichstrom-Schleifenwiderstand enthalten sind. Dadurch wird sichergestellt, dass die Gleichspannung gleichmäßig zwischen den einzelnen Leitern des Paares und zwischen mehreren Paaren für PoE-Applikationen mit vier Paaren aufgeteilt wird. Wenn dies nicht der Fall ist, besteht nämlich das Risiko, dass die von und an Ihren Access Point übertragenen Ethernet-Signale verzerrt sind und Fehler verursachen.

Und wenn Sie dann bereit für den Anschluss Ihrer neuen Wi-Fi 6 Access Points sind, können Sie anhand des MicroScanner™ PoE von Fluke Networks überprüfen, wie viel Strom in der Verkabelungsstrecke verfügbar ist. Stecken Sie den Access Point einfach in den Endanschluss ein. Wenn das Kabel an einen PoE-Switch oder eine andere Stromversorgung (PSE) angeschlossen ist, wird die Stromklasse (0-8) für die Verkabelungsstrecke angezeigt. Anschließend können Sie den Wert mit den Anforderungen für Ihren Access Point vergleichen, um sicherzustellen, dass genügend Strom verfügbar ist. Klicken Sie HIER, um weitere Informationen zu PoE-Klassen, -Typen und -Standards zu erhalten.

Letztendlich bedeutet die Anfälligkeit für Alien Crosstalk und Wärmeanstieg durch Bereitstellung von PoE in Kabelbündeln möglicherweise, dass die Verkabelungsanlage für Wi-Fi 6 als abgeschirmte Kat. 6A spezifiziert wird. In diesem Fall sind Sie im Falle einer offenen Abschirmung gerüstet – unser DSX CableAnalyzer-Tester misst den Abstand zur Abschirmungsintegrität mithilfe eines patentierten Wechselstrom-Messverfahrens.