Haltung bewahren: Warum die Geometrie der Faserendflächen wichtig ist

18. Oktober 2017 / Allgemein

 

Wir alle sind uns bewusst, dass verschmutzte Glasfaserverbinder-Endflächen zu Dämpfung und Reflexion führen können. Deshalb müssen sie vor der endgültigen Verbindung gereinigt und inspiziert werden. Aber was ist, wenn Sie die Glasfaserendfläche ordnungsgemäß gereinigt und auf Verschmutzung inspiziert und mit dem FI-7000 FiberInspector Pro getestet haben, und der Verbinder immer noch nicht die Prüfung besteht? Vielleicht haben Sie eine Verbinderendfläche, die die Anforderungen der Endflächen-Geometrieparameter nicht erfüllt.

Nicht zu hoch, nicht zu niedrig

Wenn eine Glasfaserendfläche nicht die Geometrieparameter erfüllt, können zusammengesteckte Verbindungen Lücken oder fehlerhafte Ausrichtung aufweisen, die zu höherer optischer Dämpfung führen.Wenn eine Glasfaserendfläche nicht die Geometrieparameter erfüllt, können zusammengesteckte Verbindungen Lücken oder fehlerhafte Ausrichtung aufweisen, die zu höherer optischer Dämpfung führen. So ist z. B. einer der wichtigen, in Branchenstandards vorgegebenen Parameter für Glasfaserendflächengeometrie die Höhe des Glasfaser-Vorsprungs, d. h. die Höhe, die ein Glasfaserkern über die Ferrulenoberfläche hervorsteht. Wenn der Vorsprung zu groß ist, kann die Glasfaser beim Zusammenstecken beschädigt werden, und wenn der Kern zu tief in der Ferrule steckt, können Lücken entstehen, die erhöhte Einfügedämpfung verursachen.

Für Mehrfaser-MPO sind die Glasfaserhöhen-Parameter noch komplizierter. Der Grund ist, dass mehr Glasfasern vorhanden sind. Nicht nur muss jede einzelne Faser im MPO die Glasfaser-Vorsprungparameter erfüllen, sondern es gibt auch einen Parameter für das maximale Faserhöhendifferential im Array sowie zwischen zwei nebeneinander liegenden Fasern. Anders ausgedrückt kann eine maximale Differenz zwischen der kürzesten und der längsten Glasfaser in einem Array bestehen sowie zwischen jeweils zwei nebeneinander liegenden Glasfasern, und diese Werte sind ≤500 Nanometer (nm) und ≤300 laut Definition der IEC PAS 61755-3-31.

Unterschiede in Glasfaserhöhe in einem MPO-Verbinder sind wichtig, da Einfügedämpfung aufgrund von Lücken beim Zusammenstecken erfolgen kann, wenn eine Glasfaser im Array zu kurz ist. Und wenn man bedenkt, dass 40- und 100GBASE-SR4-Anwendungen 8 Glasfasern zur Übertragung erfordern und sehr strenge Anforderungen bezüglich der Einfügedämpfung haben, sind Lücken definitiv etwas, was man vermeiden will.

Vorgeschriebener Kontakt und Ausrichtung

Eine zu steile Endflächenbiegung kann zu einer kleineren Kontaktfläche führen, was nicht nur die Leistung beeinträchtigt, sondern auch die Möglichkeit der Glasdeformierung erhöht.

Es gibt noch weitere Parameter für die Endflächengeometrie, die ebenfalls die Leistung beeinflussen können. Der Biegeradius - oder die Gesamtrundheit - der Endflächenoberfläche ist wichtig. Wenn die Biegung zu eng ist, kann dies zu einer kleineren Kontaktfläche führen, was nicht nur die Leistung beeinträchtigt, sondern auch die Möglichkeit der Glasdeformierung erhöht.

Die genaue Zentrierung der Kuppel oder des Apex der Endfläche ist auch erforderlich für eine ausgezeichnete Kern-zu-Kern-Verbindung beim Zusammenstecken. Wenn der Apex versetzt ist, kann es einfach nicht zu einer guten Verbindung kommen.

Darüber hinaus gibt es bei MPO noch weitere Punkte in Betracht zu ziehen. Der Schliffwinkel auf jeder der Glasfasern auf der horizontalen und der vertikalen Achse muss ebenfalls konsequent sein, um eine ordnungsgemäße Ausrichtung beim Zusammenstecken von Steckverbindern zu erzielen.

Grafik von IEC PAS 61755-3-31 zeigt die vier Hauptparameter für MPO-Endflächengeometrie.

Diese Grafik von IEC PAS 61755-3-31 zeigt die vier Hauptparameter für MPO-Endflächengeometrie (zur Übersichtlichkeit mit vier Glasfasern) – Schliffwinkel auf der horizontalen Achse (RX und GX), Schliffwinkel auf der vertikalen Achse (RY und GY), Glasfaser-Vorsprung (H), maximale Glasfaserhöhendifferenz zwischen allen Fasern (HA) und maximale Höhendifferenz zwischen nebeneinander liegenden Glasfasern (HB). Wie man sich vorstellen kann, sind diese Parameter in großen Mehrfaser-Arrays wie 24-Glasfaser-MPOs noch schwieriger zu erreichen.

Klug und sorgenfrei wählen

Das Gute ist, dass seriöse Hersteller in der Branche sicherstellen, dass alle Simplex-, Duplex- und MPO-Steckverbinder die Anforderungen für Endflächengeometrie erfüllen, daher ist Endflächengeometrie nicht etwas, worum Sie sich normalerweise Sorgen machen müssen. Aber Sie müssen sie weiterhin reinigen und inspizieren – Endflächen jeder Qualität können verschmutzt werden!

Hüten Sie sich jedoch vor billiger Glasfaser-Konnektivität aus nicht vertrauten Quellen – es spielt keine Rolle, wie gut ein Glasfaser-Verbinder gereinigt wird, wenn dieser die Anforderungen für Endflächen-Parameter nicht erfüllt: Sie werden einfach nicht die erforderliche Leistung erhalten.