HDBaseT für Ultra HD Video-Displays und digitale Beschilderung

9. Juni 2016 / Allgemein

Ihr Kunde hat also beschlossen, HDBaseT für Videodisplays und Digitalanzeigen mit ultrahoher Definition einzusetzen. Wenn Sie bereits Erfahrung mit der Einrichtung einer Kupferkabelinfrastruktur für IP-basierte Ethernet-Anwendungen wie Voice und Daten haben, haben Sie wenig zu befürchten.

Aber es ist dennoch wichtig, sich mit den Grundlagen und bewährten Praktiken auszukennen, die für HDBaseT-Leistung und fehlerfreie Video-Übertragung erforderlich sind, sowie zu wissen, was zum Testen nötig ist.

Der Unterschied liegt im Protokoll

HDBaseT wird von der HDBaseT Alliance gefördert und ist ein Kundenelektronik- und kommerzieller Konnektivitätsstandard zum Übertragen von unkomprimierten HD-Video-, Audio-, 100BaseT Ethernet-Daten, Strom (durch Power over HDBaseT) und verschiedene Steuersignale über Kupferkabel normaler Kategorie und RJ45-Konnektivität bis 100 Meter. Klingt vertraut?

Obwohl die Kabelinfrastruktur für HDBaseT wie die für Ethernet aussehen mag, basiert sie tatsächlich auf einem anderen Protokoll. Während beide PAM-Codierungstechnologie verwenden und HDBaseT einen Ethernet-Kanal unterstützt, hat HDBaseT keine paketbasierten Daten, die das Internetprotokoll (IP) verwenden.

HDBaseT-spezifische Geräte – von Transmittern und Empfängern bis zu Projektoren und Displays – wird von der HDBaseT Alliance zertifiziert, um Kompatibilität in einem HDBaseT-System sicherzustellen. Ein mit einem Ethernet-Netzwerk verbundenes HDBaseT-Gerät aktiviert normalerweise nur seine Ethernet-Funktionen und überträgt kein Audio/Video.

Manche Dinge ändern sich nicht

Da HDBaseT über die gleiche Kabelinfrastruktur wie das LAN ausführt, wird es mit den gleichen bewährten Methoden der Kabelhandhabung und Abschließung implementiert – von Bewahrung der Paarverdrillung und Einhalten des Biegeradius bis hin zum Vermeiden von Stromquellen. Und genau wie beim LAN hat die Entfernung eine Bedeutung. HDBaseT läuft ebenfalls über 100 m-Kanäle.

Versiv-Kit-Konfigurator

Wie werden Sie Versiv nutzen?

Etwas Anderes, das gleich bleibt, ist die Tatsache, dass Kabelqualität wichtig ist – je besser das Kabel, desto besser das Signal. Ganz wie beim Ethernet hält ein Ethernet-Kabel höherer Qualität das HDBaseT-Signal besser über weitere Strecken. Und wie für das Ethernet wird auch geschirmtes Kabel für HDBaseT-Systeme empfohlen, die in rauschhaltigen, störungsanfälligen Umgebungen implementiert werden.

Eine weitere Ähnlichkeit ist Nebensprechen. Während HDBaseT über Kabel Kategorie 5e oder Kategorie 6 ausführen kann, existieren für keins dieser Kabel Nebensprech-Spezifikationen. Das ist kein Problem für einen einzelnen HDBaseT-Kanal. Aber ebenso wie Bündel von Kabeln, die 10GBASE-T übertragen, können HDBaseT übertragende Kabel durch Nebensprechen gegenteilig beeinflusst werden. Deshalb wird empfohlen, für Installationen, die mehrfache HDBaseT-Kabel auf dem gleichen Pfad unterstützen sollen, Kategorie 6A zu verwenden.

Sie müssen es dennoch testen

Zwar gibt es spezifische Tools zum Testen der HDBaseT-Anwendung selbst, um die korrekte Auflösung, Framerate und anderen Videospezifikationen sicherzustellen, die Kabelinfrastruktur muss jedoch auch getestet werden, wie beim Implementieren eines IP-basierten LAN.

Die HDBaseT Alliance konstatiert ausdrücklich, dass jeder implementierte Kabeltyp auf Konformität mit dem entsprechenden TIA-Standard getestet werden muss. Das ist korrekt – es besteht wirklich kein Unterschied zwischen dem Testen von Kabeln von HDBaseT und Ethernet. Wenn Kategorie 6A-Kabel für ein HDBaseT-System implementiert wird. muss es auf Erfüllung der TIA Kategorie 6A-Norm zertifiziert werden, einschließlich des Nebensprechens – besonders, wenn man die Garantie des Herstellers erhalten will.

Mit anderen Worten: Sie können ruhig Ihren DSX-5000 CableAnalyzer™ für eine HDBaseT-Implementierung verwenden. Er wird genau das tun, was Sie benötigen.