Bidirektionales Messen mit Lichtquelle und Leistungsmessgerät
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Bidirektionales Testen mit Lichtquelle und Leistungsmessgerät

Seymour Goldstein

In der 2014-Version von ISO/IEC 14763-3, Messung von Lichtwellenleiterverkabelung, ist die unidirektionale Messung von Permanent Links vorgeschrieben. In spezifischen Fällen ist eine bidirektionale Messung erforderlich. ISO/IEC 14763-3 enthält jedoch keine Informationen über die Ausführung einer bidirektionalen Messung – diese wird in diesem Artikel gegeben.

Wann ist die bidirektionale Messung vorgeschrieben?

Gemäß  ISO/IEC 14763-3 gilt, dass eine unidirektionale Messung durchgeführt werden kann, wenn der Link aus einem einzelnen festen Kabel und Abschlusssteckverbindern besteht. Wenn der Link oder der Kanal komplizierter ist, oder wenn ein Risiko besteht, dass Teile innerhalb der zu testenden Verkabelung je nach Übertragungsrichtung Unterschiede in der Dämpfung verursachen können, sind bidirektionale Messungen auszuführen.

Bidirektionales Messen mit Lichtquelle und Leistungsmessgerät

1) Mit einem Vorlaufkabel mit Referenzqualität einen Bezugswert mittels der 1-Kabelmethode festlegen (siehe Abbildung 1).

Mit einem Vorlaufkabel mit Referenzqualität einen Bezugswert mittels der 1-Kabelmethode festlegen
Abbildung 1. Einen Bezugswert festlegen.

2)  Überprüfen, ob die Dämpfung am Steckverbinderpaar B-C zwischen Vorlaufkabel und Aufnahmekabel niedrig ist (siehe Abbildung 2).

Dämpfung am Steckverbinderpaar B-C zwischen Vorlaufkabel und Aufnahmekabel überprüfen
Abbildung 2. Testkabel auf niedrige Dämpfung überprüfen

3)   Testen in eine Richtung. Das Vorlaufkabel nicht von der Lichtquelle trennen. Das Vorlaufkabel an einem Ende der Verkabelung und das Empfangskabel und das Leistungsmessgerät am anderen Ende der Verkabelung anschließen (siehe Abbildung 3).

Testen in eine Richtung. Das Vorlaufkabel nicht von der Lichtquelle trennen.
Abbildung 3. Den Permanent Link in die X-Y-Richtung testen

4)  Dann, ohne das Vorlaufkabel von der Lichtquelle zu trennen, mit Verbindung Y fortfahren. Das Aufnahmekabel und Leistungsmessgerät zu Verbindung X umsetzen (siehe Abbildung 4).

Ohne das Vorlaufkabel von der Quelle zu trennen, zu Verbindung Y wechseln.
Abbildung 4. Den Permanent Link in die Y-X-Richtung testen

Hinweis: Das schlechtere der beiden Messergebnisse als endgültiges Testergebnis werten. Wenn der Unterschied zwischen den beiden Messwerten höher als 0,2 dB ist, könnte die Referenz falsch sein, ein Problem mit dem Testkabel vorliegen oder die Glasfaser geknickt sein.

Bidirektionale Messung mit einem Testsatz für die optische Dämpfung

Wenn ein Testsatz für die optische Dämpfung (OLTS) mit einem Leistungsmessgerät und einer Lichtquelle in einem Gehäuse verwendet werden, tauschen Sie die Verbindungen einfach nach dem Testlauf am Patchpanel oder Glasfaser-Verteilerzentrum um, wobei darauf zu achten ist, dass die gesteckten Verbindungen an der Testausrüstung beibehalten werden (siehe Abbildungen 5 und 6).

Verwendung von OLTS-Austauschverbindungen nach dem Test am Patchpanel
Abbildung 5. Den Permanent Link in die Y-X- und W-Z-Richtung testen

OLTS verwenden: Vorsichtig vorgehen, damit gesteckte Verbindungen an Geräten erhalten bleiben
Abbildung 6. Den Permanent Link in die X-Y- und Z-W-Richtung testen

Ungeachtet des Gerätetyps darf nicht vergessen werden, dass weder das Vorlauf- noch das Aufnahmekabel vom Testgerät getrennt werden darf, wenn die Referenz einmal gesetzt und das Vorlauf- und das Empfangskabel überprüft worden sind. Anderenfalls kann den Messungen ein erheblicher Unsicherheitsfaktor zugefügt werden.

Gewöhnlich ist eine bidirektionale Messung erforderlich, wenn ein Permanent Link mit einem OTDR getestet wird. Aber bei manchen speziellen Link-Konfigurationen kann es erforderlich sein, wenn eine Lichtquelle und ein Leistungsmessgerät verwendet werden. In diesem Fall sollte die in diesem Artikel beschriebene Methode angewandt werden. Wer weiß, vielleicht wird ISO/IEC 14763-3 diese Methode in der nächsten Revision übernehmen.


 
 
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