Standards und Richtlinien für Rechenzentren

1. November 2017 / Standard Updates

Ungeachtet der Größe und Art eines Rechenzentrums, der Schalttopologie und der Anwendungen befolgt die zugrunde liegende Verkabelungs-Infrastruktur, die alle zur Verbindung der Rechenzentrumgeräte erforderlichen Links erstellt, die gleichen grundlegenden Designprinzipien, die auf Industriestandards basieren. Diese Standards wurden auf der Grundlage entwickelt, dass alle Rechenzentren ungeachtet der Geschäftsaktivität oder Größe ähnliche Bedürfnisse haben, die sichere, ununterbrochene Verfügbarkeit, Leistung und Zuverlässigkeit umfassen.

Industrienormen für Rechenzentren spezifizieren die Mindestanforderungen für die Kabelinfrastruktur in diesen Plätzen sowie Anlagen-Spezifikationen, welche die Raumplanung, Sicherheit, Brandschutz, Elektrik und Mechanik betreffen. Diese Standards sind auf Rechenzentren jeder Größe anwendbar und helfen, einen Raum zu schaffen, der übersichtlich und zuverlässig ist und in dem zusätzliche Geräte und Anwendungen mit minimaler Ausfallzeit und Störung hinzugefügt werden können. Mehrere Richtlinien runden die Rechenzentrum-Standards ab, die dabei helfen, die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Rechenzentren sicherzustellen. Im Folgenden werden einige der primären Branchenstandards und Richtlinien vorgestellt:

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Wie werden Sie Versiv nutzen?

  • ANSI/TIA-942-A Infrastructure Standard for Data Centers (Infrastruktursystem für Rechenzentren) - Dieser nordamerikanische Standard bezieht sich auf die Serie TIA-568 der Standards, enthält jedoch zusätzliche, Rechenzentren-spezifische Informationen. Er beschreibt die spezifischen funktionellen Bereiche des Rechenzentrums und gibt Mindestempfehlungen für Führungen und Abstände, Backbone und horizontale Kabelmedienabstände, Redundanz, Kabelverwaltung und Umweltbedingungen.

  • CENELEC EN 50173–5 Informationstechnologie – Generische Verkabelungssysteme Teil 5: Rechenzentren – Dieser europäische Standard, harmonisiert mit TIA-942, gibt auch die Anforderungen für Kabel innerhalb Rechenzentren zur Unterstützung von vorhandenen und künftigen Anwendungen an.

  • ISO/IEC 24764 Informationstechnologie – Generische Verkabelungssysteme für Rechenzentren – Basiert auf TIA-942 und EN 50173–5, dies ist der internationale Standard, der die Kabel zur Verwendung in Rechenzentren spezifiziert. Er bezieht sich auf die Verkabelungsanforderungen von ISO/IEC 11801 mit zusätzlichen Informationen bezüglich Rechenzentren.

  • ANSI/BICSI 002-2014 Rechenzentrum-Design und -Umsetzung – Best Practices - Dieser Standard ist eine Anleitung für Design und Betrieb von Rechenzentren und betrifft Planung, Bau, Komissionierung, Schutz, Verwaltung und Wartung von Rechenzentren wie auch Verkabelungs-Infrastruktur, Führungen und Abstände. Modulare und Container-Rechenzentren sowie Energieeffizienz werden besprochen wie auch die eigene Verfügbarkeits-Klassenstruktur zur Bestimmung der Zuverlässigkeit.

  • Uptime Institute – Diese beratende Organisation stellt Richtlinien zur Verbesserung der Leistung, Effizienz und Zuverlässigkeit kritischer Rechenzentrum-Infrastruktur bereit. Das Uptime Institute erstellte das Tier-Klassifizierungssystem zur Definition von Rechenzentrum-Verfügbarkeit, wobei Tier 1 die grundlegende Kapazität und Tier II redundante Kapazität bereitstellt, Tier III wird als zeitgleich wartbar ohne Abschaltung für Wartung und Tier IV als fehlertolerant mit einer Verfügbarkeitsstufe von 99,99 % betrachtet. Jede Tier-Stufe bezieht die durchschnittlich jährlich zulässigen Ausfallzeiten ein.

  • ASHRAE 90,4–2016 – Dieser Standard enthält Empfehlungen für Design, Konstruktion, Betrieb und Wartung von Rechenzentren. Zusätzlich konzentriert sich dieser Standard auf erneuerbare Energie sowohl vor Ort als auch extern und bietet thermische Richtlinien, die bewährte Ansätze für Kühlung und Temperaturbereiche empfehlen, die bei der Gewährleistung der Zuverlässigkeit und Effizienz helfen.

  • The Green Grid – Dieses gemeinnützige, offene Industriekonsortium aus Endbenutzern, Entscheidungsträgern, Technologieanbietern, Anlagenarchitekten und Versorgungsunternehmen arbeitet an der Verbesserung von IT und Rechenzentrum-Ressourceneffizienz weltweit. Diesem Konsortium wird auch die Entwicklung von PUE (Power Usage Effectiveness) zugeschrieben, eine Methode zum Messen der Energieeffizienz in Rechenzentren, die all die im Rechenzentrum verbrauchte Energie mit der von den aktiven Geräten aufgenommenen Energie vergleicht.