Fehlerbehebung an Glasfaserfusionsspleißen mit OptiFiber Pro OTDR | Fluke Networks

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Fehlerbehebung an Fusionsspleißen

Mark Mullins

Als Fusionsspleiß bezeichnet man eine mit Lichtbogen durchgeführte Verschmelzung zweier Glasfasern. Eine häufige Verwendung ist in Anschlusskabeln zur Verbindung von 250-Mikron Außenanlagen-Glasfaser mit 900-Mikron Innenanlagen-Glasfaser am Gebäudeeingang. Das Verschweißen der Fasern erfolgt mit einer Fusionsspleißmaschine, nachdem die Glasfaser ordnungsgemäß mit einem Faserschneider gespaltet worden ist. Das Fusionsspleißen kann an einer einzelnen Glasfaser wie auch an einem 12-Faser-Bandkabel mittels Massenfusionsspleißen durchgeführt werden, bei dem alle 12 Glasfaser auf einmal gespleißt werden.

Fusionsspleiße mit dem Fluke Networks OptiFiber™ Pro OTDR orten

Mit Fusionsspleißen erhält man die niedrigste Dämpfung und geringste Reflexion, und es gilt als die stärkste und zuverlässigste Methode der Verbindung von zwei Glasfasern. Bei einer ordnungsgemäßen Ausführung kann ein Spleiß eine Dämpfung von unter 0,1 dB aufweisen. Sehen wir uns einige Punkte an, die für das Orten und die Fehlerbehebung dieser Hochleistungs-Verbindungspunkte von Bedeutung sind.

Ich kann den Spleiß nicht finden!

Bei der niedrigen Dämpfung und ohne die Reflexion, die man von Verbindungssteckern erhält, können Spleiße hoher Qualität bei Verwendung des OptiFiber™ Pro OTDR nicht angezeigt werden. Aber was ist zu tun, wenn man aus einem beliebigen Grund einen Fusionsspleiß finden will, selbst einen guten?

Das ist gar nicht so schwer, es sind lediglich ein paar einfache Einstellungen mittels der manuellen OTDR-Option erforderlich. Als Erstes ist der Schwellwert für die Dämpfung auf dem OptiFiber Pro so einzustellen, dass er Events mit einer Dämpfung unter 0,1 dB orten kann. Die Auto-Einstellung des OptiFiber Pro für den Schwellwert für die Dämpfung ist 0,15 dB, daher kann der mit dieser Einstellung nur Events auf oder über diesem Wert finden. Der Schwellwert für die Dämpfung kann jedoch vom Benutzer zwischen 0,01 und 1,50 dB eingestellt werden.

Es ist zu beachten, dass kleinere Werte für den Schwellwert bedeuten, dass der Tester mehr Messungen vornimmt oder weitere Pulsbreiten verwendet, was wiederum die Testzeiten verlängern oder Totzonen auf dem Trace vergrößern könnte. Ein Schwellwert für die Dämpfung unter 0,15 dB kann auch dazu führen, dass der OTDR aufgrund von inhärenten Imperfektionen in der Glasfaser falsche Events findet.

Eine Änderung der Mittelungszeit kann ebenfalls bei der Suche nach Fusionsspleißen nützlich sein. Die Mittelungszeit bestimmt die Anzahl vom Messungen, aus deren Durchschnitt das endgültige Trace erstellt wird – längere Zeiten verringern Rauschen und zeigen mehr Detail wie nicht-reflektive Spleiß-Events.

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Identifikation des Problems

Mit einer guten Spaltung und einer Fusionsspleißmaschine ist es ein Leichtes, einen guten Spleiß zu erhalten. Wenn jedoch die Spleiße und der Durchhang in die Spleißkassette gelegt werden, ohne die Kabelführungen der Kassette ordnungsgemäß zu befolgen, kann dies zu einem übermäßigen Biegeradius der Glasfaser führen.

Um diese Art von Belastung aufzufinden, müssen Sie u. U. bei zwei Wellenlängen testen – 850und 1300 nm für Multimode und 1310 und 1550 für Singlemode. Bei der höheren Wellenlänge zeigt eine Glasfaser unter Beslastung eine bedeutend höhere Dämpfung, während die höhere Wellenlänge normalerweise ja eine niedrigere Dämpfung aufweisen würde. Sie werden möglicherweise auch ein VFL benötigen, um festzustellen, ob es sich bei dem Problem um eine gebrochene oder geknickte Glasfaser handelt an Stelle des Anschlusskabels als Event, das gewöhnlich auf dem Trace in etwa dem Abstand zum Steckverbinder gezeigt wird.

Es ist auch wichtig, bidirektional zu testen. Wenn die Rückstreuung zwischen dem Anschlusskabel-Glasfaser und der daran angespleißten Glasfaser nicht übereinstimmt, wird es wie ein Gainer (d. h. negative Dämpfung) in eine Richtung und zu hohe Dämpfung (d. h. falsche Dämpfung) in die andere Richtung aussehen. Wenn der Test in beiden Richtungen durchgeführt und die Dämpfungswerte gemittelt werden, ist das Ergebnis die tatsächliche Dämpfung.

Zum Erleichtern des bidirektionalen Testens enthält der OptiFiber® Pro einen integrierten SmartLoop OTDR-Assistenten, der eine Schleife am entfernten Ende einer Duplex-Faserverbindung verwendet, wodurch man von einem Ende aus in beiden Richtungen testen kann. Er verfügt auch über integrierte Mittelung der beiden Messungen für einen genauen endgültigen Dämpfungswert.


 
 
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