Mantra „OM“ für optische Multimodefaser | Fluke Networks

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Die OM Mantra

Mark Mullins

Nach Übernahme der Nomenklatur vom internationalen Standard ISO / IEC 11801 wird der Multimodefaser nunmehr die Kennzeichnung „OM“ vorangestellt.

Wie in unserer Sparte immer wieder zu lesen ist, steht das Akronym „OM“ nicht für das vom Yoga bekannte Mantra, sondern für „Optical Multimode“, was in diesem Zusammenhang auch viel mehr Sinn macht. Betrachtet man jedoch die verschiedenen OM-Varianten, so sind die Unterschiede zwischen ihnen nicht ganz so eindeutig.

Werfen wir einen genaueren Blick darauf.

Das Mantra „OM“

Kern-Seminar

Es gibt fünf Arten von OM-Fasern – OM1, OM2, OM3, OM4 und OM5. Die OM1-Faser war De-Facto-Standard in den 80er- und 90er Jahren und wurde sogar zu Beginn des neuen Millenniums noch weiterhin installiert. OM1 besitzt einen Kerndurchmesser von 62,5 µm, während der Durchmesser der übrigen Leiter, OM2, OM3, OM4 und OM5, 50 µm beträgt.

Der OM1-Lichtleiter hat zwar einen anderen Durchmesser, die Abmessungen des Glasmantels sind jedoch bei allen OMs die gleichen, nämlich 125 µm. Der Außendurchmesser aller OM-Typen ist daher der gleiche, wodurch sie die gleiche Stabilität besitzen und sich auf gleiche Weise installieren lassen. Welche Bedeutung hat nun der unterschiedliche Kerndurchmesser?

Der größere Kerndurchmesser von OM1 ist für LED-gestützte Lichtquellen optimiert, die in langsameren Altsystemen vorherrschen. Der kleinere Kerndurchmesser von 50 µm bietet bei Laserquellen eine höhere Bandbreite; die OM2-Faser hat sich jedoch niemals breitflächig durchgesetzt, da Laser zu teuer und LEDs zu jener Zeit die am meisten genutzten Lichtquellen waren. Und nach der Einführung der preisgünstigeren, mit 850-nm abstrahlenden Oberflächenemitter (VCSELs) hatten OM2-Leiter keinerlei Chancen mehr.

Ändern Sie Ihr Profil

Da die Verzögerung im Differenzialmodus (Differential Mode Delay, DMD) bei VCSELs stärker ist und sich ungünstig auf die Bandbreite auswirkt, änderten die Faserhersteller den Brechungsindex der 50 µm-Faser, um eine möglichst geringe DMD und eine maximale Bandbreite zu erzielen (Falls Sie es noch nicht getan haben, sehen Sie sich diesen Blog an, in dem „DMD“ näher erläutert wird). Mit der Profiländerung wurde die laseroptimierte 50 µm-Faser vom Typ OM3 verfügbar und OM2 wurde zu Beginn des neuen Millenniums zum Auslaufmodell. In der Tabelle sehen Sie, dass OM1 und OM2 für die anfangs mit den 850 nm-VCSELs erzielte effektive Laserbandbreite nicht spezifiziert sind.

Aber wie bei jeder Technologie strebten die Hersteller nach Verbesserung und – was die Signalübertragung betrifft – bedeutete dies mehr Geschwindigkeit. Bereits kurz nach der Einführung von OM3 begannen die Faserhersteller nach Wegen zu suchen, den Brechungsindex zu ändern, um eine noch stärkere DMD-Reduzierung zu erreichen, und im August 2009genehmigte und veröffentlichte TIA/EIA die Leistungskriterien für OM4.

Der Hauptvorteil der DMD-Reduzierung liegt in der verbesserten modalen Bandbreite – je geringer die modale Dispersion, desto höher die modale Bandbreite. OM4 bietet eine höhere modale Bandbreite als OM3 – 4700 MHz*km gegenüber 2000 MHz*km – und kann somit mehr Daten über die gleiche Entfernung beziehungsweise die gleiche Datenmenge über eine größere Distanz übertragen (Und glücklicherweise können wir Ihnen auch einen Blog zur „modalen Bandbreite“ bieten.).

Beachten Sie bitte, dass die Bandbreite und Leistungswerte für OM4 und OM5 die gleichen sind. Der wesentliche Unterschied zwischen OM4 und OM5 besteht darin, dass OM5 für die Verwendung bei Wellenlängen über 850 nm vorgesehen ist, insbesondere bei 880 nm, 910 nm und 940 nm. Das heißt, bei Nutzung von Wellenlängenmultiplex (WDM) werden vier Übertragungen gleichzeitig unterstützt (Und glauben Sie nicht, wir hätten keinen Blog zu OM5!).

Worauf es wirklich ankommt

Sie haben nun zwar Ihre technischen Kenntnisse über den Aufbau und die Leistung von OMs ein wenig vertieft, was die Leiterabmessungen, DMD und modale Bandbreite betrifft; die wichtigste Frage für die meisten Interessenten ist jedoch, welche Anwendungen unterstützt werden.

Diese Tabelle gibt die gebräuchlichen glasfasergestützten Ethernet-Anwendungen, die von den einzelnen OM-Typen unterstützten Abstände und die damit verknüpften Dämpfungsgrenzwerte an – sowohl der Abstand wie auch die Dämpfung müssen berücksichtigt werden, damit eine Anwendung funktioniert.

Achten Sie daher bitte beim Zertifizieren Ihrer Multimodefaseranlage mit Ihrem Fluke Networks CertiFiber® Pro darauf, sowohl den gewünschten Fasertyp wie auch Ihre Anwendung anzugeben.


 
 
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